Versicherungen: Schutz statt Vertragssammlung
Ziel ist nicht die maximale Anzahl an Policen, sondern der passende Schutz an den richtigen Stellen. Hier siehst Du, welche Versicherungen für die meisten wirklich wichtig sind und welche eher verzichtbar sind.
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Warum die meisten Versicherungsordner nicht passen
Drei Muster tauchen bei fast jeder Bestandsaufnahme auf.
- Verträge aus einer anderen Lebensphase
- Was zum Berufseinstieg passte, passt selten noch zur Familienphase oder zur Selbstständigkeit. Ohne regelmäßige Prüfung bleiben Lücken oder Überschneidungen lange unentdeckt.
- Zu viele oder zu wenige Verträge
- Manche zahlen für Randrisiken, während die existenziell wichtige Absicherung fehlt. Beides kostet, nur auf unterschiedliche Weise.
- Verkaufsdruck statt Bedarf
- Viele Verträge werden verkauft, weil sie provisionsstark sind, nicht weil sie zur individuellen Situation passen.
Die drei Versicherungen, die für die meisten wirklich zählen
Nicht jede Versicherung ist gleich wichtig. Entscheidend sind zuerst die Risiken, die im Ernstfall Deine finanzielle Existenz bedrohen können. Diese drei Absicherungen bilden dafür die Grundlage.
- Private Haftpflichtversicherung
- In Deutschland haftest Du für selbst verursachte Schäden nach § 823 BGB unbegrenzt mit Deinem gesamten Vermögen, ein Leben lang. Die Versicherung dagegen kostet oft nur wenige Euro im Monat.
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Schätzungen aus der Versicherungsbranche gehen davon aus, dass etwa jeder vierte Erwerbstätige mindestens einmal im Berufsleben berufsunfähig wird, meist durch psychische Erkrankungen. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente deckt das bisherige Einkommen in aller Regel nicht annähernd ab.
- Krankenversicherung
- Die Krankenversicherung schützt Dich vor hohen Kosten für medizinische Versorgung und ist deshalb unverzichtbar. Auch innerhalb der GKV gibt es Unterschiede bei Leistungen, Bonusprogrammen und Beiträgen. Private Zusatzversicherungen können zudem gezielt Versorgungslücken schließen, zum Beispiel bei Zahnbehandlungen oder stationären Leistungen.
Existenzsichernd, sinnvoll oder verzichtbar
Eine grobe Einordnung, ersetzt aber kein individuelles Gespräch: die richtige Kombination hängt immer vom Einzelfall ab.
Existenzsichernd
Beispiele: Private Haftpflicht, Berufsunfähigkeit, Krankenversicherung
Warum: Schäden, die die eigene finanzielle Existenz oder die der Angehörigen dauerhaft gefährden können
Sinnvoll
Beispiele: Hausratversicherung, Rechtsschutzversicherung
Warum: Spürbare, aber meist keine existenzbedrohenden Schäden, abhängig von der persönlichen Situation
Je nach Lebenssituation
Beispiele: Risikolebensversicherung, Unfallversicherung
Warum: Wichtig, sobald andere von Deinem Einkommen abhängen oder ein besonderes Risiko besteht — sonst verzichtbar.
Oft verzichtbar
Beispiele: Handyversicherung, Reisegepäckversicherung, separate Glasversicherung
Warum: Geringe Schadenssummen, die sich meistens auch aus eigenen Rücklagen tragen lassen
| Kategorie | Beispiele | Warum |
|---|---|---|
| Existenzsichernd | Private Haftpflicht, Berufsunfähigkeit, Krankenversicherung | Schäden, die die eigene finanzielle Existenz oder die der Angehörigen dauerhaft gefährden können |
| Sinnvoll | Hausratversicherung, Rechtsschutzversicherung | Spürbare, aber meist keine existenzbedrohenden Schäden, abhängig von der persönlichen Situation |
| Je nach Lebenssituation | Risikolebensversicherung, Unfallversicherung | Wichtig, sobald andere von Deinem Einkommen abhängen oder ein besonderes Risiko besteht — sonst verzichtbar. |
| Oft verzichtbar | Handyversicherung, Reisegepäckversicherung, separate Glasversicherung | Geringe Schadenssummen, die sich meistens auch aus eigenen Rücklagen tragen lassen |
Berufsunfähigkeit: worauf es beim Vertrag ankommt
Nicht jede Berufsunfähigkeitsversicherung schützt gleich gut. Diese Punkte lohnen einen genauen Blick.
- Abstrakte oder konkrete Verweisung
- Ohne Verzicht auf die abstrakte Verweisung kann der Versicherer auf einen anderen, zumutbaren Beruf verweisen, statt zu leisten. Ein Verzicht darauf ist bei den meisten modernen Tarifen Standard, sollte aber geprüft werden.
- Nachversicherungsgarantie
- Ohne erneute Gesundheitsprüfung lässt sich die Versicherungssumme bei bestimmten Ereignissen wie Gehaltssteigerung, Hochzeit oder Immobilienkauf anpassen.
- Früh abschließen
- Je jünger und gesünder beim Abschluss, desto günstiger der Beitrag und desto unwahrscheinlicher, dass Vorerkrankungen den Schutz einschränken.
Häufige Fragen zu Versicherungen
Welche Versicherung sollte ich zuerst abschließen?
In aller Regel zuerst die private Haftpflichtversicherung, weil sie günstig ist und vor einem unbegrenzten Haftungsrisiko schützt. Danach lohnt sich der Blick auf die Absicherung der eigenen Arbeitskraft.
Brauche ich als Student oder Berufseinsteiger schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung?
Oft ja, weil der Beitrag mit steigendem Alter und zunehmenden Vorerkrankungen ebenfalls steigt. Ein früher Abschluss sichert meist die günstigeren Konditionen.
Ist eine Risikolebensversicherung auch ohne Kinder sinnvoll?
Vor allem, wenn ein gemeinsamer Kredit besteht oder der Partner beziehungsweise die Partnerin finanziell abhängig ist. Ohne solche Verpflichtungen ist der Bedarf meist geringer.
Wie oft sollte ich meinen Versicherungsordner überprüfen?
Mindestens alle paar Jahre, und zusätzlich bei größeren Veränderungen wie Jobwechsel, Umzug, Heirat oder Familienzuwachs.
Was ist der Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung?
Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn Du Deinen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr ausüben kannst. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist strenger gefasst und meist deutlich niedriger als das bisherige Einkommen.
Kann ich mehrere Versicherungen bei verschiedenen Anbietern haben?
Ja, das ist üblich. Wichtiger als der Anbieter ist, dass die Bedingungen zueinander passen und keine Deckungslücken oder unnötigen Doppelungen entstehen.
Lass uns Deinen Versicherungsordner gemeinsam durchgehen
Im Erstgespräch schauen wir uns Deinen Bestand an und klären, wo echte Lücken bestehen und wo Verträge überflüssig geworden sind.
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